Häufige Anliegen:
- Zyklusbeschwerden (schmerzhaft, stark, unregelmäßig, ausbleibend)
- Verhütung
Viele junge Frauen sind vor dem ersten Besuch bei einer Frauenärztin angespannt, oft aus Sorge vor einer Untersuchung. Meist ist diese nicht nötig – auch nicht, um die «Pille» zu erhalten.
Manche kommen aber auch, weil sie hören, man müsse «mal nachschauen lassen, ob alles in Ordnung sei». Dazu ist zu sagen: Wenn Ihr Zyklus etwa regelmässig ist (25–35 Tage) und Sie keine Beschwerden haben, ist eine gynäkologische Untersuchung in der Regel nicht erforderlich. Wir können uns zunächst Zeit für ein Gespräch nehmen und gemeinsam entscheiden, was in Ihrer Situation sinnvoll ist.
Aus anthroposophischer Sicht steht diese Zeit im Zeichen des Aufbaus des Leibes. Kindheit und Jugend gelten als Zeit, in der sich der Mensch zuerst einmal in der Welt verankert: über Körper, Sinneserfahrungen, Nachahmung, Lernen und später eigene Urteilsfähigkeit.
Wichtige Fragen in dieser Lebensphase sind:
- Wie ordne ich mich ein, ohne mich zu verlieren?
- Wer bin ich, und wofür will ich leben?
- Wie gestaltet sich mein sexuelles Erwachen? Spüre ich Neugierde oder Unbehagen?
- Fühle ich mich von Männern angezogen? Oder von Frauen? Oder beide?
Ist es nicht ein interessanter Zufall, dass die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe den Beginn der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen mittlerweile erst ab dem 21 Lebensjahr empfiehlt?